Im kranken Haus

 

Im kranken Haus, im kranken Haus,

wer hält es da schon lange aus?

Nadeln piksen, Pflaster ziepen,

Hilfe kommt nach dreimal piepen.

 

Rote Knöpfe, rote Bänder,

Binden, Pflaster, rote Ränder,

weiße Kittel, weiße Gänge,

Mull auf Mull in Meterlänge.

 

(Nicht zu vergessen die zahlreichen Fragen

zu Körperfunktionen in den letzten Tagen.)

 

Ist es gut, was hier geschieht?

Dass man jeden zum OP-Saal schiebt?

Seidenfadengleich hängt in der Narkose

mein Leben an der Abzweigdose.

 

Doch ohne die geschickten Hände

hätt‘ meine Geschicht‘ schon längst ein Ende.

Drum bin ich dankbar für Chirurgengriffe,

weil sonst ich auf dem letzten Loch nur pfiffe.

 

Und schau, all die Helferlein in Weiß:

Was haben sie für Ameisenfleiß!

Und wuseln umher und wechseln Verbände;

hier gibt es nur Patienten und fast keine Stände.

 

Beruhigt lehn‘ ich mich in mein Kissen.

Hier ist es doch gar nicht so – schlecht.

Ich hab da Erfahrung, ich muss es ja wissen,

nach OP Nummer 19 doch erst recht.

 

 

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